Caroli-Syndrom
Was ist das Caroli-Syndrom?
Das Caroli-Syndrom ist eine sehr seltene, vererbte Gallenwegserkrankung, die durch eine Erweiterung der GallengĂ€nge aufgrund zahlreicher kleiner Zysten gekennzeichnet ist. Dies kann zu hĂ€ufigen Gallensteinen und wiederkehrenden EntzĂŒndungen der Gallenwege fĂŒhren. Das Caroli-Syndrom stellt eine schwerwiegendere Form der Caroli-Erkrankung dar und ist in der Regel komplizierter und schwerer verlaufend. Es kann zu einer Lebervernarbung (Fibrose) fĂŒhren, die sich bis zur Zirrhose entwickeln kann, und ist mit einem erhöhten Risiko fĂŒr die Entstehung von Gallenwegstumoren (Cholangiokarzinom) verbunden. Bei etwa 60% der Betroffenen wird auch eine angeborene Nierenerkrankung mit vielen kleinen Zysten beobachtet.
HĂ€ufigkeit
Das Caroli-Syndrom ist extrem selten. SchÀtzungen zufolge könnte etwa einer von 100.000 Menschen betroffen sein. Die Caroli-Erkrankung selbst tritt bei ungefÀhr einem von einer Million Menschen auf. Frauen und MÀdchen sind leicht hÀufiger betroffen als MÀnner und Jungen.
Ursachen und Vererbung
Das Caroli-Syndrom wird autosomal-rezessiv vererbt, was bedeutet, dass beide Chromosomen in einem Paar die genetische VerĂ€nderung tragen mĂŒssen, um die Erkrankung auszulösen. Bei der Caroli-Erkrankung können gelegentlich autosomal-dominante Vererbungsmuster beobachtet werden, wobei bereits ein einziges defektes Chromosom ausreicht, um die Krankheit zu verursachen. Mutationen im PKHD1-Gen sind hĂ€ufig mit dem Caroli-Syndrom assoziiert, da dieses Gen fĂŒr die Bildung von Proteinen wichtig ist, die fĂŒr den Aufbau der GallengĂ€nge und Nieren erforderlich sind.
Symptome und Komplikationen
Symptome des Caroli-Syndroms können variieren und beinhalten oft:
- Fieber und SchĂŒttelfrost
- Koliken und Bauchschmerzen
- Erbrechen und Gewichtsverlust
- Juckreiz und Gelbsucht
Komplikationen können umfassen:
- Leberzirrhose: Durch chronische EntzĂŒndungen und Fibrose.
- Gallenwegstumoren (Cholangiokarzinom): In etwa 10% der FĂ€lle.
- Nierenzysten: Bei etwa 60% der Patienten.
Im Zirrhosestadium können zusÀtzliche Probleme wie Bluterbrechen oder Blutungen im Bauchraum auftreten. Ein wachsender Gallenwegstumor kann auch tastbar werden.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt meist durch bildgebende Verfahren:
- Magnetresonanz-Cholangiographie (MRC): Diese Methode ist besonders wichtig, da sie die erweiterten und zystischen GallengÀnge sichtbar macht.
- Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT): Diese können zur UnterstĂŒtzung der Diagnose verwendet werden.
Verfahren wie ERCP (Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) und perkutane transhepatische Cholangiographie sind weniger empfehlenswert, da sie das Risiko von Infektionen und EntzĂŒndungen der Gallenwege erhöhen.
ZusÀtzlich sollten andere Erkrankungen, die Àhnliche Symptome aufweisen, ausgeschlossen werden, darunter primÀr sklerosierende Cholangitis, polyzystische Leberkrankheit und hepatisches zystisches Hamartom.
Behandlung
Es gibt derzeit keine ursĂ€chliche Therapie fĂŒr das Caroli-Syndrom oder die Caroli-Erkrankung. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden:
- Gallenganginfektionen: Diese werden mit Antibiotika behandelt.
- Gallesteine: UrsodeoxycholsĂ€ure kann zur Vorbeugung eingesetzt werden, obwohl sie nicht offiziell fĂŒr das Caroli-Syndrom zugelassen ist. Chirurgische oder endoskopische Eingriffe können notwendig sein, um Steine zu entfernen oder Blockaden zu behandeln.
Chirurgische Eingriffe: Bei schweren Komplikationen können Verfahren wie die Entfernung eines betroffenen Leberlappens oder die Schaffung eines biliÀren Bypasses erforderlich sein. Eine Lebertransplantation kann in fortgeschrittenen FÀllen notwendig sein.